In den Wäldern

Es war einmal
in den Wäldern,
den erwachenden,
lichtgrünen Wäldern,
wo ich barfuß lief
über den Wiesengrund,
um die Wette lief
mit Hänsel und Gretel,
unter dem Maihimmel,
dem milchig blauen.

Es war einmal,
 als auf dem Felsen,
dem sonnenheißen,
im Gras ich lag,
windumweht,
Hand in Hand
mit Jorinde.
Und der Sommerwind
strich ihr behutsam
das Haar,
das junge Haar,
von der hohen Stirn.

Und wir schwiegen
und blickten
mit großen Augen
über die Wipfel hin.

Es war einmal
in den Wäldern,
grün, gelb,
rotgolden und braun,
wo ich im hohen Herbst
noch  einmal
hinaufwuchs
zu den sanft 
sich entlaubenden Kronen
der Buchen und Eichen
und durch die hohlen Hände
rief nach den Riesen
und mit ihnen
hochgereckt,
lachend und singend,
gezogen kam
durch Gründe
und Schluchten,
watend
im frisch gefallenen Laub;
mit den Riesen
auch schritt
durch halbdunkle Gassen
auf nachtgrünem Moos
im Nadelwald.

Es war einmal
in den Wäldern tief,
wo im späten Herbst
ich im fahlen Schein
eines frühen Monds,
von stummen Zwergen geführt,
grauhaarig, gebückt
und alt,
von keinem Menschen gesehn,
beäugt nur vom Kauz
aus hohlem Baum,
zu Grabe getragen habe
dein mondsilbernes Lächeln
und meiner Träume
matt gewordenes Gold.

Es wird einmal sein,
daß  in den Wäldern,
weiß geworden wie sie,
ich winters,
unauffindbar,
mich wärmen werde
im Hexenhaus.

Und im Backofen
brennen,
verbrennen
in greller Glut,
wird alles,
was übrig ist,
übrig
von Sehnsucht
und Wut.